Wie Betriebe der Hotellerie Bettwanzen bekämpfen und Risiken versichern

Viele Jahrzehnte mussten Hotelleriebetriebe keine Bettwanzen bekämpfen, denn das blutsaugende Ungeziefer galt in Westeuropa als praktisch ausgerottet. Zunehmende Globalisierung, intensiver Tourismus und der verstärkte weltweite Handel mit gebrauchten Artikeln haben jedoch dazu geführt, dass die Bettwanzen wieder auf dem Vormarsch sind. Mit Vorliebe halten sie sich in gut geheizten Räumen auf, in denen sich auch Menschen befinden, wie etwa in Hotelzimmern. Für Hotels, Pensionen, Gasthöfe, B&B oder Jugendherbergen können sich Bettwanzen zu einer lästigen Plage entwickeln, die beträchtliche Kosten nach sich zieht.

Herkömmliche Betriebsausfallversicherungen übernehmen dieses Risiko nicht – ausser es handelt sich um eine branchenspezifische Versicherungslösung gegen Betriebsausfall in der Hotellerie.

Wovon ernähren sich Bettwanzen in Hotelleriebetrieben?

Bettwanzen bevorzugen vor allem Blut von Menschen oder Haustieren. Dazu stechen sie ihre schlafenden Opfer vorwiegend nachts und saugen sich die Nahrung während mehreren Minuten in ihren Körper. Danach ziehen sich die Schädlinge zurück, um einige Tage später erneut auf Nahrungssuche zu gehen. Die wenige Millimeter kleinen Bettwanzen können sich in Hotelzimmern rasch ausbreiten und sind äusserst widerstandsfähig. Sie überleben selbst ohne Nahrung und auch bei kühlen Temperaturen bis zu sechs Monate. 

Haben Stiche von Bettwanzen gesundheitliche Folgen für die Hotelgäste?

Betroffene nehmen Stiche von Bettwanzen nicht sofort wahr, sondern erst Stunden später. Bei manchen Menschen dauert es Tage, bis die Stiche sicht- und spürbar sind. Sie verursachen während bis zu 10 Tagen ein lästiges, mitunter starkes Jucken auf der Haut und hinterlassen rote Blasen. Der Juckreiz führt dazu, dass sich die Opfer kratzen und dadurch Ekzeme entstehen können. Unter gewissen Bedingungen lösen die Stiche des Ungeziefers zudem Hautentzündungen, Unwohlsein bis hin zu allergischen Reaktionen aus.

Auch der Einsatz von Insektiziden nach einem Bettwanzenbefall in den betroffenen Räumen kann gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben, wenn nach einer Behandlung nicht genügend Zeit bis zur erneuten Zimmerbenutzung verstreicht.

Wie kommen Bettwanzen in einen Hotelleriebetrieb?

Ein Bettwanzenbefall hat nichts mit den hygienischen Bedingungen des Hotelleriebetriebs zu tun, denn Bettwanzen gelangen in der Regel mit dem Gepäck oder mit der Kleidung eines Gastes ins Hotelzimmer. Danach nisten sich die Schädlinge im Raum ein. Je öfter ein Gästewechsel stattfindet, desto höher das Risiko eines Befalls mit dem lästigen Ungeziefer. 

Welche Arten von Beherbergungsbetrieben sind von Bettwanzen betroffen?

Hotels aller Kategorien, Pensionen, Gasthöfe, Herbergen, B&B Bed-and-Breakfast-Betriebe  sowie Gasthöfe mit Unterkunftsmöglichkeit können gleichermassen von einem Bettwanzenbefall betroffen sein. 

Wo im Hotelzimmer befinden sich die Bettwanzen?

Nachdem die Bettwanzen über das Reisegepäck eines Gastes im Zimmer angekommen sind, suchen sie sich ihre Verstecke aus und ziehen sich dort zurück. Diese befinden sich vorwiegend in Ritzen des Hotelmobiliars, in Spalten des Bettgestells, an Matratzen, an Sockelleisten oder hinter Steckdosen und Bilderrahmen im Hotelzimmer. An diesen Stellen legen die Weibchen der Bettwanzen auch ihre Eier.

Wie lässt sich im Hotelzimmer ein Bettwanzenbefall erkennen?

Ist das Zimmer frisch von Bettwanzen befallen, so sind diese nicht einfach nachzuweisen. Haben sich die Schädlinge hingegen schon vor einiger Zeit eingenistet, lassen sie sich anhand der typischen Kotspuren gut identifizieren. Sie sind als graue oder schwarze Punkte in der Nähe ihrer «Unterkünfte», etwa am Hotelmobiliar oder am Bettgestell sichtbar. Zusätzlich sind manchmal auch kleine Blutflecken auf der Bettwäsche zu sehen. Ein weiteres Merkmal ist der von den Bettwanzen abgesonderte süssliche Mandelgeruch.

Was ist zu tun bei einem Bettwanzenbefall im Hotel?

  • Betroffene Räume sofort mit einem Zugangsverbot belegen und verriegeln.
  • Die Mitarbeitenden instruieren, ihre im Raum getragene Kleidung umgehend zu waschen (bei 60 Grad oder zweimalig bei 40 Grad).
  • Ein professionelles Unternehmen für Schädlingsbekämpfung konsultieren und beauftragen.
  • Gegenstände, die nicht professionell gegen Bettwanzen behandelt sind, auf keinen Fall aus dem betroffenen Zimmer entfernen, ansonsten breiten sich die Schädlinge rasch aus.
  • Aus einem befallenen Hotelzimmer entfernte Gegenstände, Wäsche oder darin benutzte Arbeitswerkzeuge (Reinigungsutensilien etc.) sind dicht und sicher in Plastiksäcken zu verpacken.
  • Aus dem betroffenen Raum entfernte Wäsche bei 60 Grad oder zweimalig bei 40 Grad waschen.
  • Aus befallenen Zimmern entfernte Gegenstände in gut verschlossenen und dichten Plastiksäcken im Tiefkühlfach bei -18 Grad für drei bis vier Tage lagern. 

Wie lassen sich Bettwanzen bekämpfen?

Will ein betroffener Hotelleriebetrieb erfolgreich Bettwanzen bekämpfen, ist der Einsatz eines erfahrenen und professionellen Unternehmens für Schädlingsbekämpfung unerlässlich. Je früher dieses beigezogen wird, desto schneller und kostengünstiger verläuft die Beseitigung des Ungeziefers. Die Vernichtung der Bettwanzen erfolgt in mehreren Phasen: 

Analyse der von Bettwanzen befallenen Räume

Der Schädlingsbekämpfer identifiziert zunächst die Quelle der Bettwanzenplage, um sicherzugehen, dass nicht nur ein nachträglich befallenes Hotelzimmer behandelt wird. Oft stammen die Schädlinge von einem oder mehreren Nachbarzimmern. Es ist daher wichtig, in einem ersten Schritt alle betroffenen Räume zu lokalisieren, bevor die eigentliche Bekämpfung der Bettwanzen beginnt.  

Zerlegen der Verstecke

Um Bettwanzen restlos zu bekämpfen, muss der Schädlingsbekämpfer zunächst sämtliche Verstecke des Ungeziefers finden. Zu diesem Zweck ist es in vielen Fällen notwendig, dass er Möbel und Sockelleisten zerlegt sowie Lichtschalter und Steckdosen demontiert. 

Bekämpfen von Bettwanzen mit Insektiziden

Zur Behandlung der betroffenen Räume setzt der Experte Insektizide mit Langzeitwirkung ein. Je nach Resistenz der Bettwanzen muss er bei Bedarf verschiedene Insektizide mit unterschiedlichen Dosierungen kombinieren. Diese Massnahme erfolgt in der Regel mehrmals im Abstand von einigen Tagen oder Wochen . 

Bekämpfen von Bettwanzen durch Wärmebehandlung

Je nach Situation kommt auch eine Wärmebehandlung der betroffenen Räume in Frage. Dabei erhitzt der Schädlingsbekämpfer die befallenen Zonen des Hotelzimmers für mehrere Stunden auf 50 bis 60 Grad. Auf diese Weise sterben sämtliche Bettwanzen ab. Pro Zimmer ist mit einem Aufwand von mehreren Tagen zu rechnen. Nicht hitzeresistente Gegenstände behandelt der Fachmann vorgängig mit Insektiziden und entfernt diese vor der Wärmebehandlung in dichten Plastiksäcken aus dem Raum.

Welche Kosten fallen bei Bettwanzenbefall für den Beherbergungsbetrieb an?

Kosten zur Bekämpfung der Bettwanzen

Um Bettwanzen zu bekämpfen und dauerhaft zu eliminieren genügt es nicht, Insektenspray im Zimmer zu versprühen. Ein solches Vorgehen führt lediglich dazu, dass sich das Ungeziefer neue Verstecke in anderen Zimmern sucht und so bei weiteren Gästen eine unangenehme Erinnerung an den Aufenthalt in Ihrem Hotelleriebetrieb hinterlässt. Zudem erhöht sich der Aufwand überproportional, um die Schädlinge vollständig zu vernichten.

Bei einem Bettwanzenbefall ist daher zwingend ein professioneller Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Dieser demontiert unter Umständen Mobiliar, Sockelleisten, Lichtschalter und Steckdosen, damit er die Verstecke der Bettwanzen finden und das Ungeziefer anschliessend restlos entfernen kann. Pro Hotelzimmer können in solchen Fällen Kosten von einigen Tausend Franken entstehen.

Kosten wegen unzugänglichen Hotelzimmern während der Behandlung

Muss ein Spezialist in einem Zimmer Bettwanzen bekämpfen, so bleibt der Raum nicht nur während der Dauer seines eigentlichen Einsatzes unbenutzbar. Eine Schädlingsbekämpfung mit Langzeitwirkung erfordert meist mehrere Anwendungen, die sich über einige Wochen erstrecken. Das Hotelzimmer ist während dieser Zeit nicht verfügbar. Der Hotelleriebetrieb erleidet Umsatzeinbussen.

Kosten für die Reparatur oder den Ersatz von beschädigten Waren

Sind Gegenstände oder Mobiliar durch den Bettwanzenbefall beschädigt, so entstehen Kosten für die Reparatur oder für den Ersatz durch Neuanschaffung. 

Kosten durch Schadenersatzforderungen von Hotelgästen

Von Bettwanzen betroffene Hotelgäste können Schadenersatzforderungen stellen. Dazu gehören etwa Zimmerpreisminderungen, Kosten für medizinische Untersuchungen oder die Behandlung gegen Bettwanzen ihrer durch den Aufenthalt betroffenen persönlichen Effekten (z.B. Reisegepäck).

Kosten durch Imageschaden

Hatten Ihre Gäste einen unangenehmen Aufenthalt aufgrund von Bettwanzen, so werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in ihrem Umfeld über diese unbequeme Erfahrung berichten. Sie beschweren sich im Bekanntenkreis über Ihren Beherbergungsbetrieb oder sie bewerten ihn negativ auf einer Buchungsplattform. Um weiterhin genügend Gäste anzuziehen, müssen Sie möglicherweise die Zimmerpreise reduzieren oder zusätzliche Leistungen kostenlos anbieten. Dies führt zu Kosten durch Umsatzeinbussen oder zu Mehraufwand.

Weitere Kosten kommen hinzu, wenn Sie eine Kommunikationskampagne starten müssen, um Ihren Hotelleriebetrieb bei Ihren Stammgästen oder potenziellen Kunden neu zu positionieren und die Reputation wiederherzustellen.

Bettwanzen: Wie schützen sich Hotelleriebetriebe vor den Kostenfolgen?

Bettwanzen können Hotels, Pensionen, Gasthöfe, B&B oder Herbergen in eine schwierige finanzielle Situation bringen. Sind die Schädlinge einmal in Ihrem Hotelleriebetrieb eingenistet, so entstehen Kosten für die Schädlingsbekämpfung, für den Ersatz von defekten Gegenständen, für die Kompensation des Betriebsausfalls oder zur Erfüllung von Schadenersatzansprüchen. Auch ist nach einem Bettwanzenbefall der finanzielle Aufwand zur Wiederherstellung des Images des Betriebs nicht zu unterschätzen. 

Die Kosten durch Bettwanzenbefall in einem Hotelleriebetrieb lassen sich mit einer Betriebsausfallversicherung deutlich reduzieren. Aufgrund des hohen Risikos rund um Bettwanzenplagen übernehmen allerdings die meisten Versicherungsanbieter die Folgekosten dieser Schädlinge nicht. Es ist daher zu prüfen, ob sich die bestehende oder künftige Betriebsausfallversicherung für einen Hotelleriebetrieb eignet und diese auch für die Kosten bei Bettwanzenbefall aufkommt. 

Allein für Miete und Löhne muss ein Hotelbetrieb einen Grossteil seines Umsatzes beisteuern. Diese Kosten laufen auch dann weiter, wenn der Betrieb nach einem Zwischenfall für mehrere Tage oder Wochen stillsteht. Nebst dem Bettwanzenbefall sollen deshalb auch weitere typische Schadenereignisse der Hotellerie von der Betriebsausfallversicherung gedeckt sein. Damit lässt sich der besonderen Kostensituation in Beherbergungsbetrieben Rechnung tragen. Eine auf die Hotellerie abgestimmte Betriebsausfallversicherung sichert die Einnahmen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen – unabhängig davon, ob es sich dabei um ein Hotel, eine Pension, eine Jugendherberge, ein B&B oder einen Gasthof handelt. 

Was soll eine Betriebsausfallversicherung für das Gastgewerbe abdecken?

  • Kosten bei Befall von Bettwanzen 
  • Betriebsunterbrechung wegen Feuer, Wasser oder Elementarschäden
  • Zufahrtsbehinderung (z.B. Steinschlag auf der Zufahrtsstrasse zum Berghotel)
  • Betriebsausfall und Kosten bei Verbreitung von übertragbaren Krankheiten 
  • Betriebsunterbrechung wegen Erdbeben
  • Schadennachweis- und Expertenkosten
  • Kosten für Sachverständigenverfahren
  • Mehrkosten während der Unterbrechungsdauer
  • Folgekosten

Ein Vergleich der verschiedenen Lösungen für die Betriebsausfallversicherung kann eine zeitaufwendige Angelegenheit sein. Wenn Sie Zeit sparen und dennoch vom besten Preis-/Leistungsverhältnis profitieren möchten, können Sie die bereits erstellte Analyse des Verbands GastroSuisse nutzen. Auf der Versicherungsplattform www.gastroversicherungen.ch von GastroSuisse finden Sie die branchenspezifische Betriebsausfallversicherung für die Hotellerie «GastroAusfall». Sie trägt das Kostenrisiko bei Befall eines Beherbergungsbetriebs mit Bettwanzen. Zudem schliesst sie die weiteren typischen Schadenereignisse ein, die zu Betriebsausfällen in der Hotellerie führen können.

Branchenspezifische Versicherungslösungen für die Hotellerie 

Viele Hotels, Pensionen, Gasthöfe, Herbergen und B&B-Betriebe richten sich nach den Versicherungsempfehlungen des Verbands GastroSuisse. Auf der Versicherungsplattform des Verbands www.gastroversicherungen.ch erfahren Sie auf einen Blick transparent, wo die Unterschiede von branchenspezifischen Versicherungsleistungen im Vergleich zum Marktstandard liegen. Dank der langjährigen Erfahrung des Verbands berücksichtigt die Plattform Bedürfnisse und Risiken des Gastgewerbes unter Einbezug des Gesamtarbeitsvertrags L-GAV.

Mit seiner kollektiven Einkaufskraft ist GastroSuisse zudem in der Lage, vorteilhafte Rahmenverträge zu attraktiven Prämien beim jeweils passenden Versicherungspartner abzuschliessen. Davon profitieren die angeschlossenen Hotelleriebetriebe.