Welche Versicherungen brauche ich für mein IT-Unternehmen?

Sie haben ein IT-Unternehmen und fragen sich, welche Versicherungen Sie benötigen? Gesetzlich vorgeschrieben sind die Unfallversicherung und die berufliche Vorsorge (Pensionskasse). Zusätzlich empfehlen wir Ihnen, eine Krankentaggeldversicherung, eine Haftpflichtversicherung sowie eine Sachversicherung abzuschliessen. Was das für Versicherungen sind und welche weiteren Optionen Sie haben, um sich gegen Risiken abzusichern, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag. 

Die Versicherungswelt ist nicht jedermanns Sache. Gerade als IT-Unternehmer liegen Ihre Interessen vielleicht anderswo. Es lohnt sich aber, Ihre Versicherungen einem Check zu unterziehen. Dabei werden Sie einerseits Kosten sparen und andererseits sicherstellen, dass Sie bei Schadenfällen richtig abgesichert sind. Dies gilt unabhängig davon, ob Sie Software entwickeln, ein Webportal betreiben, Daten verarbeiten, Hosting-Dienstleistungen anbieten oder Beratungsdienstleistungen im IT-Bereich erbringen. 

IT-Unternehmen sind folgenden Risiken ausgesetzt:

  • Schäden an Dritten (Haftpflicht aus Personen-, Sach- und Vermögensschäden)
  • Sachschäden am allgemeinen Inventar
  • Sachschäden an elektronischen Anlagen
  • Ausfall von Mitarbeitern durch Unfall oder Krankheit
  • Cyber-Attacken und allgemeine Risiken aus Cyber-Kriminalität
  • Haftungsansprüche an die Unternehmens-Organe (Geschäftsleitung und VR)
  • Rechtsstreitigkeiten
  • Vermögensschäden durch Veruntreuung, Diebstahl und Betrug von Mitarbeitern

Um sich gegen diese Risiken abzusichern, gibt es verschiedene Versicherungsprodukte. Wir erklären Ihnen diese nun und fangen gleich mit den obligatorischen Versicherungen an.

Schützen Sie Ihr wichtigstes Asset – die Mitarbeiter

Die Absicherung der Mitarbeiter erfolgt einerseits durch die Sozialversicherungen und andererseits durch die Personenversicherungen. Viele dieser Versicherungen sind obligatorisch. 

Sozialversicherungen (gesetzlich vorgeschrieben)

  • Die 1. Säule (AHV/IV/EO) ist für alle Mitarbeiter in einem Unternehmen obligatorisch, bietet einen Basisschutz bei Invalidität und sorgt für eine minimale Rente im Alter.
  • Die 2. Säule (BVG) ist für alle Mitarbeiter ab einem Jahreslohn von 21’150 Franken obligatorisch und bessert die Renten- und Vorsorgeleistungen der 1. Säule auf. Die Ausgestaltung der 2. Säule kann individuell gewählt werden und beinhaltet einen immensen Spielraum. Das gesetzliche Minimum ist nur bei knappen Finanzen (z.B. bei der Gründung) zu empfehlen, da die Vorsorge- und Risikoleistungen andernfalls meist ungenügend sind.
  • Eine Arbeitslosenversicherung ist für alle Angestellten eines Unternehmens obligatorisch.
  • Die Familienzulage ist obligatorisch.

Freiwillige Personenversicherungen:

  • Eine Krankentaggeldversicherung ist aus gesetzlicher Sicht freiwillig abzuschliessen, jedoch dringend empfohlen. Gerade bei kleinen Firmen können beispielsweise ein Burn-Out oder eine Krebserkrankung eines Mitarbeiters die Firma und/oder den Mitarbeiter in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bringen.

    Mehr Informationen finden Sie auf unserer spezifischen Seite zu IT-Krankentaggeldversicherungen.

  • Durch die Unfall-Zusatzversicherung (UVG-Z) können Sie Ihre Mitarbeiter zusätzlich zur obligatorischen Unfallversicherung absichern. Das bedeutet, dass Mitarbeiter durch eine Unfall-Zusatzversicherung bei Unfall noch besser gestellt werden können, da die obligatorische Unfallversicherung nur bis zu einem bestimmten Einkommen Deckung bietet. Zusätzlich können Sie auch bessere Leistungen im Spital (zum Beispiel private Abteilung) versichern.

Haftpflicht & Rechtsschutz – Abgesichert vor Forderungen

Haftpflichtversicherungen schützen Sie gegen Haftungsansprüche. Das heisst: Kommt durch Ihr Unternehmen eine Person, ein Sachgegenstand oder Vermögen zu Schaden, kann von Ihnen als Inhaber gefordert werden, dass Sie für den Schaden aufkommen. Genau gegen dieses Risiko können Sie sich durch eine Haftpflichtversicherung absichern lassen.

Sehr empfehlenswert für IT-Unternehmen ist die IT-Haftpflichtversicherung. Diese kommt für Schäden auf, die aus dem Betrieb Ihres Unternehmens entstehen. Bei einem IT-Unternehmen sind das beispielsweise Fehler, welche durch die Beratung, Programmierung oder Installation entstehen können und Mehrkosten auslösen.

Eine Organhaftpflichtversicherung hingegen versichert Führungskräfte und Unternehmensorgane. Wenn durch deren Verantwortung oder Entscheidungen Schäden entstehen, kommt eine Organhaftpflichtversicherung dafür auf. Daneben gibt es weitere Haftpflichtversicherungen, wie beispielsweise eine Gebäudehaftpflichtversicherung, je nach Individualfall können diese ebenfalls relevant sein.

Forderungen an Ihre Firma sind jedoch häufig ungerechtfertigt. Oder Sie haben gerechtfertigte Forderungen an einen Kunden oder Mitarbeiter, welche jedoch vom Gegenüber ignoriert werden. In solchen Situationen hilft eine Rechtsschutzversicherung. Diese Versicherung sichert Sie im Falle eines Rechtsstreits ab und übernimmt nicht nur die Prozesskosten, sondern vertritt auch Ihre juristischen Interessen. Zusätzlich ist häufig in beschränktem Ausmass eine gewisse Rechtsberatung eingeschlossen.

Sachwerte – Hab & Gut richtig versichern

Grundsätzlich lassen sich auch alle Sachwerte versichern. Eine Sachversicherung – auch Inventarversicherung genannt – versichert also alle beweglichen Gegenstände, die Teil Ihres Unternehmens sind. In einem IT-Unternehmen sind das typischerweise Server, Bildschirme, Computer, Büromöbel und dergleichen. Eine Elektronikversicherung ist allen Unternehmen mit einer hochwertigen EDV- und IT-Ausrüstung zu empfehlen. Diese Versicherung schützt elektronische Geräte und Anlagen im Unterschied zur Sachversicherung auch gegen Eigenschäden, wie beispielsweise Bedienungsfehler.

Mehr Informationen finden Sie auf unserer spezifischen Seite zu IT-Sachversicherungen.

Weitere Versicherungen – Alle Risiken optimieren

Neben Haftpflicht- und Sachversicherungen gibt noch weitere Versicherungen. In kurz: Für fast jedes Risiko gibt es auch die passende Versicherung. Empfehlenswert für ein IT-Unternehmen ist eine Betriebsausfallversicherung. Diese sichert Sie gegen das Risiko von Ertragsausfällen und Mehrkosten aufgrund unterschiedlicher Ereignisse ab. Diese können Betriebsunfälle, Bedienungsfehler, Wasser/Wind/Sturm, Kurzschlüsse, Material- und Konstruktionsfehler oder Sabotage sein. Speziell in der IT-Branche kann auch eine Cyberversicherung sehr sinnvoll sein, die Ihr Unternehmen gegen Datenmissbrauch, Datenverlust, die Wiederherstellung von Daten, Systemausfälle oder weitere Ereignisse absichert. Auch eine Option für Ihr Unternehmen kann die Vertrauensschadenversicherung sein. Mit dieser Versicherung sind Sie gegen Vermögensschäden abgesichert, die durch Veruntreuung, Diebstahl und Betrug von Mitarbeitern entstehen.