Spitaltaggeldversicherung

Das Wichtigste in Kürze

Die Spitaltaggeldversicherung zahlt für jeden Tag im Spital das versicherte Taggeld aus.

Detaillierte Informationen

Spitaltaggeldversicherungen sind Zusatzversicherungen im Krankenversicherungsbereich. Viele der grossen Krankenversicherungsgesellschaften haben diese im Angebot. Meist kann der Versicherte zwischen verschiedenen Varianten auswählen.

Im nachstehenden Artikel erfahren Sie mehr über die Leistungen und über den Sinn einer solchen Versicherung.

Was ist die gesetzliche Grundlage?

Die Deckungen sind in den Bestimmungen des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) den allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB) und den Zusatzbedingungen (ZB) geregelt.

Wo ist der Geltungsbereich der Versicherung?

Die Versicherungsleistungen gelten weltweit. Somit auch bei einem Spitalaufenthalt im Ausland, sofern dieser nicht länger als 12 Monate dauert.

Welche Leistungen sind versichert?

Versichert ist das in der Police aufgeführte Taggeld. Je nach Gesellschaft kann zwischen verschiedenen Beträgen gewählt werden. Muss der Versicherte sich im Spital behandeln lassen, so erhält er je nach Dauer des Spitalaufenthaltes das versicherte Taggeld ausbezahlt. Meistens erhöhen sich die Prämien mit zunehmendem Alter.

Mit dieser Versicherung soll der Versicherte private Auslagen wie z.B. Zusatzleistungen im Spital, ein Ein- oder Zweibettzimmer oder eine Haushaltshilfe bezahlen können.

Für Geburten wird oftmals eine Pauschale ausbezahlt, egal wie lange der Spitalaufenthalt gedauert hat.

Ausschlüsse – Was wird von der Deckung ausgeschlossen?

Die Ausschlüsse können je nach Gesellschaft unterschiedlich sein. Häufige Ausschlüsse, welche praktisch jede Versicherungsgesellschaft anbringt, sind:

  • kriegerische Ereignisse
  • Die Begehung eines Verbrechens
  • Spitalbehandlungen welche auf ein Wagnis zurückzuführen sind
  • Drogen und Suchtmittel
  • kosmetische Operationen

Je nach Gesellschaft gib es auch Vorschriften zur Länge des Spitalaufenthalts.  So kann es sein, dass die Versicherungsbedingungen besagen, dass für einen Spitalaufenthalt infolge Krankheit erst ab dem 4. Tag ein Taggeld entrichtet wird. Bei den meisten Gesellschaften gibt es zudem eine maximale Bezugsdauer beziehungsweise einen Maximalbetrag der aus der Versicherung bezogen werden kann.

Mögliche versicherte Schadenbeispiele

  • Jemand wird wegen eines Bandscheibenvorfalls hospitalisiert und muss am nächsten Tag operiert werden, nach der Operation müssen 4 weitere Tage im Spital verbracht werden.
  • Bei einer Geburt verbringt eine Frau zwei Tage und eine Nacht im Spital

Tipps zur Spitaltaggeldversicherung

  • Eine solche Deckung gehört nicht zum empfohlenen Versicherungsschutz. Private Auslagen wie Kaffee, Telefongebühren oder die Reisespesen der Angehörigen lohnt es nicht zu versichern, da diese kein grosses finanzielles Risiko darstellen.
  • Wer Wert auf ein Zwei- oder Einbettzimmer legt, sollte sich eine Spitalzusatzversicherung zulegen, denn diese Kosten sind mit einer solchen Spitaltaggeldversicherung kaum abzudecken, obwohl des das Hauptargument der Krankenkassen für eine solche Deckung ist.
  • Wer als selbstständige Person eine solche Deckung zu Lohnausfallszwecken abschliessen möchte, ist damit falsch beraten. Nicht jede Krankheit oder Unfall muss mit einer Hospitalisierung enden. Schliessen Sie eine Lohnausfallversicherung/Taggeldversicherung ab, wenn dies nötig ist.

Die wichtigsten Fragen zur Spitaltaggeldversicherung

  • Kann über das erhaltene Geld frei verfügt werden?
    Ja, für was Sie das Geld einsetzen, ist ganz alleine Ihnen überlassen.
  • Kann ich mit dem erhaltenen Geld das Upgrade auf halbprivat oder privat bezahlen?
    Das können Sie theoretisch machen. Fakt ist jedoch, dass man heutzutage kaum länger als 3 Tage im Spital ist. So kann es sein, dass Sie gar kein Geld von der Spitaltaggeldversicherung erhalten. Das Spitaltaggeld ist auch kaum eine verlässliche Lösung wenn man sich damit eine halbprivate oder private Behandlung ermöglichen möchte.