Schwangerschaftsleistungen der Krankenkasse

Die Grund- sowie die Zusatzversicherungen erbringen unterschiedliche Schwangerschaftsleistungen. Grundsätzlich sind Mutterschaftsleistungen von der Franchise befreit wie so oft gibt es jedoch Ausnahmen.

Leistungen bei Schwangerschaft aus der Grundversicherung

Folgende Leistungen im Zusammenhang mit Mutterschaft werden erbracht:

  • sieben Routineuntersuchungen (inkl. zwei Ultraschalluntersuchungen zwischen der 11. – 14. sowie 20. – 23. Woche)
  • Ersttrimestertest (ca. in der 11-14 Schwangerschaftswoche)
  • Trisomie-Test (sofern ein erhöhtes Risiko einer Trisomie 21 vorliegt)
  • Fruchtwasseruntersuchung (sofern die vorgängigen Test ein erhöhtes Risiko vermuten)
  • Geburtsvorbereitungskurse (durchgeführt von einer Hebamme alleine oder in der Gruppe)
  • Die Geburtskosten der allgemeinen Abteilung im Wohnkanton, zu Hause oder in einem Geburtshaus
  • eine Nachkontrolle
  • drei Stillberatungen

Bei Untersuchungen und Kontrollen, die diese Aufzählungen übersteigen, zieht die Krankenkasse die Franchise ab. Dies kann der Fall sein, wenn jemand mit Zwillingen schwanger ist und mehr Kontrollen und weitere Ultraschalluntersuchungen nötig sind, auch wenn eine Hospitalisierung weit vor dem Geburtstermin nötig ist oder eine Fehlgeburt vorliegt.

Leistungen bei Schwangerschaft aus den Zusatzversicherungen

Die Leistungen der Zusatzversicherungen können je nach Deckung und Gesellschaft unterschiedlich sein. Alle Krankenkassen haben bei Mutterschaftsleistungen eine Karenzfrist von 270 oder 365 Tagen. Eine bereits schwangere Frau, kann ihre Deckung somit nicht erweitern.

Versicherte, welche bereits über Zusatzversicherungen verfügen, können mit folgenden Beteiligungen rechnen:

Krankenpflegeversicherung

Übliche Leistungen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft aus der Krankenpflegezusatzversicherung sind:

  • Geburtsvorbereitungskurse
  • Schwangerschaftsgymnastik/Schwangerschaftsyoga
  • Schwangerschaftsturnen
  • Stillgeld
  • Rückbildungsgymnastik

Alternativversicherung

Bei Schwangerschaftsbeschwerden können grundsätzlich alle anerkannten Leistungen der Alternativversicherung genutzt werden. Dies können Massagen, Schwangerschaftsyoga oder weitere präventive sowie wegen Beschwerden durchgeführte naturheilmedizinische Behandlungen sein.

Spitalversicherung

Die Grundversicherung sieht eine Geburt zu Hause, in einem Geburtshaus oder in der allgemeinen Abteilung eines Spitals vor. Sollten Sie den Arzt oder Ärztin welche(r) Sie bei der Geburt begleitet selber aussuchen wollen, so kann es möglich sein, dass die Grundversicherung alleine nicht ausreichend ist.

Sofern noch keine Schwangerschaft besteht, haben Sie die Möglichkeit eine halbprivate Spitalversicherung oder eine private Spitalversicherung zu beantragen.

Tipps zur Mutterschaft

  • Passen Sie den Versicherungsschutz wenn möglich an, sollte er noch nicht dem aktuellen Bedürfnis entsprechen.
  • Bei den Zusatzversicherungen kommt in der Regel eine Karenzfrist auf Mutterschaftsleistungen zwischen 270-365 Tagen zur Anwendung.

Die wichtigsten Fragen zur Schwangerschaft

  • Wie oder wann muss ich unser Kind versichern?
    Ihr Kind muss erst per Geburtstag versichert werden. Obligatorisch ist lediglich eine Grundversicherung Es empfiehlt sich jedoch auch bereits vor der Geburt Zusatzversicherungen abzuschliessen, da die meisten Versicherungen auf den sonst üblichen Gesundheitsfragebogen verzichten. Informationen zur sogenannten vorgeburtlichen Anmeldung finden Sie hier.
  • Kann mich eine Krankenversicherung ablehnen, wenn ich schwanger bin?
    Die Aufnahme in die Grundversicherung ist pflicht. Es entsteht Ihnen als schwangere Frau keinen Nachteil, wenn Sie die Grundversicherung wechseln. Bei den Zusatzversicherungen wird Ihnen kaum wegen der Schwangerschaft die Aufnahme verweigert. Die Krankenversicherung übernehmen in der Regel aber keine Leistungen aus den Zusatzversicherungen, wenn die Schwangerschaft bereits besteht oder kurz vor der Aufnahme bereits schon bestanden hat. Genaueres finden Sie im Artikel zur Karenzfrist.
  • Wird eine Fruchtwasseruntersuchung von der Krankenkasse übernommen?
    Die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), eine Biopsie der Plazenta (Chorionbiopsie) oder eine Nabelschnurpunktion wird übernommen, wenn der Trisomie-Test (welcher in der Regel nur stattfindet nachdem der Ersttrimestertest ein erhöhtes Risiko auf Trisomie 21 ergeben hat) ergiebt, dass beim Fötus Trisomie 13, 18 oder 21 vorliegen könnte.