Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall

Grundsätzlich gilt: ohne Arbeit kein Lohn. Eine Lohnfortzahlung ist dann geschuldet, wenn es sich um eine sogenannte “unverschuldete Verhinderung” an der Arbeitsleistung handelt, welche mit einem Arztzeugnis beim Arbeitgeber belegt werden muss.

Besteht überhaupt eine Lohnfortzahlungspflicht?

Bei unbefristeten Verträgen gilt die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht erst ab dem ersten Tag des vierten Anstellungsmonats. Wird ein Arbeitnehmer während den ersten 3 Monaten krank oder arbeitsunfähig, hat er gemäss Gesetz keine Lohnfortzahlung zugute – ausser es wurde im Arbeitsvertrag anders vereinbart.

Bei befristeten Verträgen gilt die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht ab dem ersten Arbeitstag, sofern der befristete Vertrag eine Arbeitsdauer von über 3 Monaten vorsieht. Wurde ein befristeter Vertrag mit einer kürzeren Dauer als 3 Monate vereinbart, besteht keine Lohnfortzahlungspflicht.

Wie lange dauert die Lohnfortzahlungspflicht?

Gemäss OR (Obligationenrecht) besteht die Lohnfortzahlungspflicht für eine begrenzte Zeit. Diese ist abhängig vom Arbeitsvertrag und der Dauer der Anstellung. Viele Arbeitsverträge, Gesamtarbeitsverträge oder Normalarbeitsverträge sehen für den Arbeitnehmer überobligatorische Bestimmungen vor. Aus diesem Grund sollte zuerst immer der Vertrag geprüft werden. Wird im Vertrag nichts erwähnt, gelten automatisch die Bestimmungen des OR.

Im OR wird die Lohnfortzahlungspflicht im ersten Dienstjahr nach Ablauf der ersten 3 Monate auf 3 Wochen festgelegt. In den darauffolgenden Dienstjahren kommen die Kantonalen Skalen zum Zug (Zürcher, Berner und Basler Skala). Je nach Arbeitsort kommt eine andere Skala zur Anwendung, welche die Dauer der Lohnfortzahlung nach Dienstjahr regelt (Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft SECO):

Anzahl Dienstjahre Berner Skala Zürcher Skala Basler Skala
1 3 Wochen 3 Wochen 3 Wochen
2 4 Wochen 8 Wochen 9 Wochen
3 9 Wochen 9 Wochen 9 Wochen
4 9 Wochen 10 Wochen 13 Wochen
5 13 Wochen 11 Wochen 13 Wochen
6 13 Wochen 12 Wochen 13 Wochen
7 13 Wochen 13 Wochen 13 Wochen
8 13 Wochen 14 Wochen 13 Wochen
9 13 Wochen 15 Wochen 13 Wochen
10 17 Wochen 16 Wochen 13 Wochen
11 17 Wochen 17 Wochen 17 Wochen
15 22 Wochen 21 Wochen 17 Wochen
20 26 Wochen 26 Wochen 22 Wochen
21 26 Wochen 27 Wochen 26 Wochen
25 30 Wochen 31 Wochen 26 Wochen
30 33 Wochen 36 Wochen 26 Wochen
35 39 Wochen 41 Wochen 26 Wochen
40 39 Wochen 46 Wochen 26 Wochen

Ohne vertragliche Vereinbarung gilt:

Berner Skala BE, LU, ZG, FR, SO, SG, AG, VD, VS, GE, NE, JU, OW, NW, SZ, GL, UR, TI, GR
Zürcher Skala AI, AR, ZH, SH, TG
Basler Skala BL, BS

Höhe der Lohnfortzahlung

Die Höhe der Lohnfortzahlung ist davon abhängig, ob die unverschuldete Arbeitsunfähigkeit durch Unfall oder Krankheit zustande gekommen ist.

Arbeitsunfähigkeit durch Unfall

Die gesetzliche Unfallversicherung sieht eine Übernahme der Lohnfortzahlung ab dem 3. Tag während maximal 2 Jahren in der Höhe von 80% des Bruttolohnes vor. Während den ersten 2 Tagen ist der Arbeitgeber verpflichtet, mindestens 80% des Lohnes zu bezahlen. Der Unfalltag gilt als Arbeitstag. Hier gilt es noch zu beachten, dass die Unfallversicherung gesetzlich limitiert ist. Liegt das Jahresgehalt über CHF 148’200.-, muss der Arbeitgeber die Differenz zwischen dem Taggeld und 80% des Bruttolohnes während einer beschränkten Zeit (wenn nichts vereinbart, Kantonale Skalen) übernehmen. Um diese Lücke zu schliessen, kann der Arbeitgeber eine Unfall-Zusatzversicherung abschliessen.

Krankheit ohne Krankentaggeldversicherung

Bei Krankheit existiert nicht wie bei Unfall eine obligatorische Sozialversicherung, sodass die Lohnfortzahlungspflicht gemäss Gesetz 100% während einer beschränkten Dauer zu erfolgen hat (wenn nichts vereinbart: Kantonale Skalen).

Krankheit mit Krankentaggeldversicherung

Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen, welche in der Schweiz üblich, aber nicht obligatorisch ist. Mit einer Krankentaggeldversicherung löst der Arbeitgeber die Lohnfortzahlungspflicht ab, sofern die Krankentaggeldversicherung eine gleichwertige oder bessere Lösung für den Arbeitnehmer darstellt.

Damit die Krankentaggeldversicherung als gleichwertig anerkannt wird, müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:

  • Bezahlung von 720 Taggeldern innerhalb von 900 Tagen
  • Deckung von mindestens 80% des Lohnes
  • Der Arbeitgeber übernimmt mindestens 50% der Prämien
  • Es bestehen maximal 2 bis 3 Karenztage ohne Lohnanspruch

Krankentaggeldversicherungen sehen unterschiedliche Wartefristen von 0 bis 360 Tagen vor. Während dieser Wartefrist ist entweder der volle Lohn während einer beschränkten Zeit geschuldet oder die Vertragsparteien vereinbaren schriftlich, dass die Lohnfortzahlung bei Krankheit 80% betragen soll.

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