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Allgemeines

Ein Arbeitgeber darf seinen Angestellten nur die gesetzlich erlaubten Beiträge vom Lohn abziehen. Auf der folgenden Übersicht sind in Kürze alle möglichen Beiträge aufgeführt, welche vom Lohn abgezogen werden dürfen.

Lohnabzug
Arbeitnehmer
Anteil
Arbeitnehmer
Anteil
Arbeitgeber
AHV/IV/EO5.125%50%50%
ALV 11.1%50%50%
ALV 2
> siehe
Erklärung unten
0.5%50%50%
BVG –
Berufliche Vorsorge
gemäss
Versicherungspolice
50%50%
UVG (BU) –
Berufsunfall
kein Abzug zulässig –100%
UVG (NBU) –
Nichtberufsunfall
gemäss
Versicherungspolice
100%
KTG –
Krankentaggeld
gemäss
Arbeitsvertrag und
Versicherungspolice
gemäss
Arbeitsvertrag
gemäss
Arbeitsvertrag

(Tabelle: Stand 2018)

AHV/IV/EO & ALV

Die Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV) sind gesetzlich obligatorisch abzurechnen. Die Beitragspflicht beginnt für erwerbstätige Personen ab dem 1. Januar vor dem 18. Geburtstag. Wer beispielsweise im Jahr 2016 volljährig wird, ist ab dem 1. Januar 2016 beitragspflichtig.
Nicht beitragspflichtig sind Personen, welche noch minderjährig sind oder das Rentenalter bereits erreicht haben. Bei einem Jahreslohn unter CHF 2’300.- müssen ebenfalls keine Beiträge abgerechnet werden, es sei denn, der Arbeitnehmer besteht trotzdem auf die Abzüge der Sozialversicherungen.

ALV 1 (Arbeitslosenversicherung)

Bei Arbeitnehmern mit einem Monatslohn unter CHF 12’350- bzw. einem Jahreslohn unter CHF 148’200.- beträgt der ALV Abzug 1.1%.
Bei einem höheren Monatslohn bzw. Jahreslohn hingegen, wird unterschiedlich abgerechnet (siehe ALV 2).
(Stand 2016)

ALV 2 (Arbeitslosenversicherung)

Bei Arbeitnehmern mit einem Monatslohn über CHF 12’350.- bzw. einem Jahreslohn unter CHF 148’200.- wird der Lohnanteil bis CHF 12’350.- (Monatslohn) bzw. bis CHF 148’200.- (Jahreslohn) mit 1.1% abgerechnet.
Der darüberliegende Lohnanteil wird nur mit 0.5% abgerechnet.
(Stand 2018)

Beispiel: Bei einem Jahreslohn von CHF 200’000.- wird der Betrag von CHF 148’200.- mit 1.1% abgerechnet und der restliche Betrag von CHF 51’800.- wird mit 0.5% abgerechnet.

Berufliche Vorsorge (BVG)

Arbeitnehmer mit AHV-pflichtigen Löhnen (siehe AHV Absatz oben) sind ebenfalls obligatorisch über das BVG versichert. Nicht obligatorisch zu versichern sind folgende Arbeitnehmer (Stand 2016):

  • minderjährig oder im Rentenalter
  • Jahreslohn unter CHF 21’150.- (bzw. CHF 1’762.50 / Monat)
  • befristeter Arbeitsvertrag (bis maximal 3 Monate Vertragsdauer)
  • hauptberufliche Erwerbstätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber
  • invalid (mindestens 70% Invalidität)

Die effektiven Lohnabzüge der BVG müssen der Versicherungspolice entnommen werden. Die entsprechende Vorsorgeanstalt muss dem Arbeitgeber die genauen Beiträge der einzelnen Angestellten bekanntgeben.

Unfallversicherung: Berufsunfall (BU)

Das gesamte Personal ist obligatorisch gegen Berufsunfälle zu versichern. Die Prämien der Berufsunfälle müssen vollumfänglich vom Arbeitgeber getragen werden und sind bei den Angestellten nicht als Lohnabzüge zulässig. Beachten Sie ebenfalls den unteren Absatz über Nichtberufsunfall (NBU).

Unfallversicherung: Nichtberufsunfall (NBU)

Alle Arbeitnehmer, die mindestens acht Stunden pro Woche arbeiten, sind nebst den Berufsunfällen auch obligatorisch gegen Nichtberufsunfälle über die Unfallversicherung zu versichern.
Die Prämie für Nichtberufsunfälle ist zu 100% abzugsfähig von den Löhnen der Angestellten. Der abzugsfähige Beitrag muss der Versicherungspolice entnommen werden. Dieser Beitrag ist in der Regel in Promille (‰) angegeben und beträgt zwischen 1 und 3 Prozent.

Krankentaggeldversicherung (KTG)

Arbeitgeber sind gesetzlich nicht verpflichtet eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen. Dennoch ist der Abschluss einer Krankentaggeldversicherung sehr empfehlenswert. Lesen Sie dazu unseren Beitrag zur Lohnfortzahlung.
In der Praxis wird die Prämie für das Krankentaggeld in der Regel vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber zu je 50% getragen, da eine solche Versicherung für beide Parteien vorteilhaft ist. Möchte jedoch der Arbeitgeber 50% der KTG-Prämie auf seine Angestellten in Form von Lohnabzügen abwälzen, darf er das nur, sofern der Lohnabzug im Arbeitsvertrag erwähnt wird. Es sind aber maximal 50% zulässig. Der Arbeitgeber kann im Gegenzug für bis zu 100% der KTG Prämie aufkommen.
Der entsprechende Beitrag kann der Versicherungspolice entnommen werden (meist in Promille (‰) angegeben) und beträgt in der Regel zwischen 0.5 und 3 Prozent.

Quellensteuer bei Grenzgängern

Bei Grenzgängern müssen die Arbeitgeber den Abzug der Quellensteuer berücksichtigen. Grenzgänger sind Angestellte, welche im Ausland leben bzw. wohnen, aber während dem Tag in der Schweiz arbeiten. Informieren Sie sich bei der zuständigen Steuerverwaltung über den korrekten Abzug, da dieser von Fall zu Fall unterschiedlich ist.

Welche Lohnabzüge sind nicht erlaubt?

Nicht alle Kosten, welche dem Arbeitgeber entstehen, können vom Lohn des Arbeitnehmers in Abzug gebracht werden. Beispielsweise ist die Berufsunfallversicherung immer zu 100% durch den Arbeitgeber zu bezahlen. Bei der Krankentaggeldversicherung darf der Abzug nicht mehr als 50% betragen.

Neben den Abzügen der Sozialversicherungen sind uns keine weiteren erlaubten Versicherungsabzüge bekannt.

Tipps zu Lohnabzügen

  • Vergleichen Sie verschiedene Offerten bevor Sie ein BVG, UVG und KTG abschliessen. Die Prämien von einer Versicherungsgesellschaft zur anderen sind oft sehr unterschiedlich. Das Sparpotenzial ist ziemlich gross.
  • Bei Fragen oder Unklarheiten zu den exakten Lohnabzügen, rufen Sie Ihre Versicherung an und fragen Sie nach. Stellen Sie sicher, dass Sie von Anfang an die korrekten Abzüge vornehmen. Nachträgliche Korrekturen kosten unnötige Zeit und Nerven.

 

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