Kapitalversicherungen

“Versicherung bei Tod oder Invalidität”, “Kapitalversicherung bei Tod oder Invalidität” oder bei vielen Gesellschaften auch nur “UTI” sind Kapitalversicherungen im Zusatzversicherungen der Krankenversicherung. Sie ergänzen die Leistungen der Sozialversicherungen im Falle eines Todes oder einer Invalidität die entweder durch einen Unfall oder eine Krankheit zustande kommen.

Welche Leistungen sind versichert?
Versichert ist eine vorbestimmte Versicherungssumme welche bei Tod sowie anteilsmässig bei Invalidität (je nach Invaliditätsgrad) ausbezahlt wird. Die meisten Versicherungen bieten diese Deckung bei Unfall sowie bei Krankheit an.

Die Invalidität wird anhand einer sogenannten Gliederskala bemessen. Diese Gliederskala kann wie folgt aussehen:

 Körperteil Invaliditätsgrad
 völlige Erblindung 100%
 beide Arme, Hände, Beine oder Füsse  100%
 ein Arm oder Oberarm 70%
 ein Unterarm oder eine Hand 60%
 ein Bein oder Oberschenkel 60%
 ein Unterschenkel und Fuss 50%
ein Daumen  25%
ein Zeigefinger 15%
 ein anderer Finger 10%
 ein Fuss  40%
 ein Grosser Zeh 10%
 ein anderer Zeh 3%

Eine Mögliche Versicherungsdeckung kann wie folgt aussehen: 10’000.- bei Tod und 100’000.- bei Invalidität durch Unfall. Die Produkte beinhalten meist eine Progression welche eine zusätzliche Entschädigung in Abhängigkeit des Invaliditätgrades beinhaltet. Die Progression kann von 0% bis 350% betragen.

Mögliche Versicherte Schadenbeispiele für Kapitalversicherungen:

  • Die Versicherte Person kommt bei einem Autounfall ums Leben
  • Die Versicherte Person verunfallt mit dem Auto, der rechte Arm muss Amputiert werden
  • Ein Arbeitsunfall führt dazu, dass die Versicherte Person von der Hüfte abwärts vollständig gelähmt ist

Ist die Kapitalversicherungen sinnvoll?
Gerade für Kinder scheint für viele Eltern eine solche Deckung sinnvoll zu sein. Nichtselten werden solche Versicherungen auch abgeschlossen, weil die Prämie nur ein paar Franken pro Monat ausmacht. Nun, der Tod eines Kindes ist sicher schmerzvoll, jedoch erleidet man keine finanzielle Einbusse und sollte dieses Risiko daher auch nicht absichern. Bei der Invalidität kann ein zusätzliches Kapital sinnvoll sein, hier gilt zu bedenken, dass die meisten Invaliditäten durch Krankheiten verursacht werden und man somit darauf achten soll, das das Krankheitsrisiko eingeschlossen ist.

Erwachsene hingegen unterschätzen die Gefahr eines Todesfalles, stösst dem Ernährer der Familie etwas zu, sollte für die Hinterlassenen gesorgt sein. Ob eine solche Kapitalversicherung den Bedarf der Hinterbliebenen deckt ist fraglich.

Ein weiterer Nachteil dieser Deckungen ist, dass im Leistungsfall keine monatliche Rente, sondern nur eine einmalige Zahlung folgt. Beim Todesfall des Ernährers hilft einer Hausfrau mit zwei Kindern ein Kapital von 10’000.- oder 20’000.- Franken kaum weiter.

Tipps zur Kapitalversicherungen bei Tod oder Invalidität:

  • Verzichten Sie auf diese Zusatzversicherungen welche oft mit dem Argument der tiefen Prämie verkauft werden.
  • Der Krankheitsfall ist generell wahrscheinlicher und daher auch teurer zu versichern – wenn Sie eine solche Deckung abschliessen, dann prüfen Sie ob das Krankheitsrisiko eingeschlossen ist.
  • Beachten Sie, dass die gesetzliche Abdeckung der angestellten bei Unfall wesentlich besser ist als bei Krankheit.
  • Möchten Sie eine langfristige Abdeckung versichern, informieren Sie sich über Erwerbungsfähigkeitsrenten welche im Rahmen der 3. Säule angeboten werden.
  • Prüfen Sie Ihren Bedarf und suchen Sie nach einer geeigneten Lösung!

Die wichtigsten Fragen zur Kapitalversicherungen

Kann diese Deckung für ein Kind schon vor der Geburt abgeschlossen werden?
Eine Deckung bei Invalidität bei Unfall kann bei den meisten Gesellschaften bereits vor der Geburt abgeschlossen werden. Eine Kapitalversicherung bei Tod oder Invalidität durch Krankeheit kann meist erst nach der Geburt und mittels Gesundheitsfragebogen beantragt werden.