Geld sparen: Tipps & Tricks für Ihr Restaurant

Ein Restaurant soll seine Kunden mit einem kulinarischen Erlebnis verwöhnen. Stimmt. Leider reicht das oftmals nicht. Restaurants müssen rentieren, um existieren zu können. Entsprechend sind die Finanzen in der Gastronomie immer wieder ein heisses Thema. Dazu müssen Kosten und Erträge in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Auch wenn die Kosten bekannt sind, ist es oft nicht einfach von heute auf morgen Geld einzusparen, ohne dass die Qualität leidet. Doch wie kriegen Sie das als Gastronom hin, die Kosten zu senken bzw. zu optimieren bei gleich bleibender Qualität? Die folgenden Tipps und Tricks können dafür eine Inspirationsquelle sein.
(Lesedauer: 2 Minuten)

Kosten – ein Überblick

Wichtig ist es, Ihr Budget richtig aufzuteilen. Für die Personalkosten wird in der Regel am meisten ausgegeben in der Gastronomie. Durchschnittlich sind das etwa 44%. An zweiter Stelle kommen die Warenkosten mit 28%, gefolgt von den Administrations- und Versicherungskosten mit 20% und den Miet- und Nebenkosten mit 8%. Dies sind Richtwerte und können in Ihrem Individualfall natürlich abweichen. Jedoch sollten Sie Ihre Kosten nochmals genauer analysieren, wenn Ihre Ausgaben bei allen Richtwerten über den vorgestellten Prozentzahlen liegen.

Personalkosten – soviel wie nötig, so wenig wie möglich

Zu den grössten Verursachern von Kosten in der Gastronomie gehören üblicherweise die Personalkosten. Beim Personal empfiehlt es sich nur so viele Vollzeitstellen zu besetzen, wie Sie dauerhaft zu 100% auslasten können, um nicht zu hohe Ausgaben zu haben. Vor allem wenn Ihr Betrieb saisonalen Schwankungen unterliegt, müssen Sie auf spezielle Anlässe, schönes Wetter oder Bankette reagieren können. Bauen Sie deshalb ein Netzwerk von Aushilfskräften auf, die Sie jederzeit und unkompliziert als Mitarbeiter im Stundenlohn hinzuziehen können.

Bauen Sie ein Netzwerk von Aushilfskräften auf, um flexibel auf schwankenden Personalbedarf reagieren zu können.

-Hans Meister, Gastronom

Die frühzeitige und detaillierte Einsatzplanung nimmt also eine zentrale Rolle ein. Brauchen Sie mehr Informationen zum Thema Personal? Diese finden Sie in den folgenden Beiträgen: Arbeitszeiten, Einstellung und Kündigung.

Warenkosten – weniger ist mehr

Bei den Warenkosten können Sie oft durch einfache Kniffs Kosten einsparen. Oft empfiehlt es sich einem Betrieb eine kleinere Speisekarte zu führen, um nicht allzu viele Lebensmittel an Lager halten zu müssen. Gleichzeitig ist das Küchenpersonal weniger schnell überfordert mit den Bestellungen.

Verkleinern Sie die Speisekarte und sparen Sie dadurch Lagerkosten.

-Hans Meister, Gastronom

Oft können Sie auch mit denselben Lebensmitteln unterschiedliche Menüs zusammenstellen. Somit können Sie Ihr Warenlager kleiner halten und sind weniger von den Menüwahlen der Gäste abhängig. Je nach Konzept können Sie täglich ein wechselndes (Mittags)-Menü anbieten, in welchem Lebensmittel verarbeitet werden, die gerade noch an Lager sind. Zusammenfassend kann festgehalten werden: Vermeiden Sie zu grosse Warenlager, insbesondere mit Lebensmitteln mit geringem Haltbarkeitsdatum und vermeiden Sie in jedem Fall, dass Sie Lebensmittel entsorgen müssen.

 

Miet- und Nebenkosten – aufgepasst bei hohen Nebenkosten

Bei den Mietkosten können Sie hauptsächlich durch gute Konditionen im Mietvertrag Kosten optimieren. Starten Sie den Betrieb eines neuen Restaurants, lohnen sich kurze Kündigungsfristen. Eine weitere Möglichkeit kann es sein, in der Anfangsphase die Mietkosten von den Umsätzen abhängig zu machen, indem Sie den Vermieter daran teilhaben lassen. Grundsätzlich gilt: Übersteigen die Mietkosten 10 % der Gesamtkosten, dann wird es in der Regel kritisch.

Betreffend der Nebenkosten gilt: Vergleichen Sie unbedingt verschiedene Anbieter und ihre Preise. Da in der Gastronomie zahlreiche Maschinen, Kühlräume, Kassensysteme und dergleichen erforderlich sind, ist der Energieverbrauch enorm. Daher sollten Sie auch alle Geräte und Maschinen vor dem Kauf betreffend Energieverbrauch vergleichen und immer möglichst effizient einsetzen. Somit kann es sich lohnen die alten Geräte zu ersetzen und neue, energieeffiziente Küchengeräte zu leasen.

 

Versicherungskosten – hier heisst es optimieren

Für Ihre Versicherungen gilt: Wo viel gearbeitet wird, ist auch die Wahrscheinlichkeit grösser, dass es zu einem Schaden, Unfall oder dergleichen kommt. Wie wahrscheinlich sind gewisse Schadensfällen in Ihrem Betrieb? Aufbauend auf dieser Frage sollten Sie entscheiden, welche Versicherungen Ihr Betrieb benötigt. Einige Versicherungen sind für Restaurationsbetriebe obligatorisch, einige optional. Welche das sind, finden Sie im Beitrag “Welche Versicherungen benötigt ein Restaurant?”.

Beachten Sie, dass die richtigen Versicherungen in Schadensfällen ausreichend Schutz bieten und Sie gleichzeitig nicht unnötig hohe Prämien bezahlen.

-Vanessa Manser, Versicherungsexpertin esurance

Für GastroSuisse Mitglieder gibt es ein exklusives und spezifisch auf Gastrobetriebe zugeschnittenes Versicherungsangebot. Dieses Angebot wurde aufbauend auf den spezifischen Bedürfnissen von Gastrobetrieben entwickelt und richtet sich an alle Restaurations- sowie Beherbergungsbetriebe. Das Angebot beinhaltet für Sie nicht nur die obligatorischen Sozialversicherungen (UVG und BVG), sondern Sie profitieren gleichzeitig von massgeschneiderten Lösungen betreffend Betriebshaftpflicht, Betriebsunterbruch, Sach- bzw. Inventarschäden sowie Gebäudeschäden.

 

Administrative Kosten – gut geplant ist halb gewonnen

Oft vergessen geht das Sparpotenzial bei administrativen Tätigkeiten, wie Finanz- und Rechnungswesen, Steuern, Vorsorge, Revision oder Informatik. Haben Sie Fragen dazu oder suchen Sie Unterstützung, empfiehlt es sich einen versierten Buchhalter oder Treuhänder zu engagieren.

Die Wahl des richtigen Treuhänders kann zu hohen Kosteneinsparungen führen.

-Christian Dünner, Versicherungsspezialist esurance

Um Zeit und somit Kosten zu sparen bieten sich auch Online-Tools an, welche die elektronische Erfassung von Personaldaten, Schadensfällen und dergleichen ermöglicht. Spezialisiert auf Gastronomiebetriebe ist Gastroconsult, welche mit mehr als 100 Mitarbeitern und 15 Standorten in der ganzen Schweiz vertreten sind.

 

Disclaimer:
Die in diesem Beitrag genannten Informationen und Ratschläge basieren auf Erfahrungen und haben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Der Inhalt dieses Beitrags wurde mit grösstmöglicher Sorgfalt erstellt, jedoch wird für den Inhalt keine Haftung übernommen. Im Einzelfall empfiehlt es sich immer individuelle Expertenmeinungen für das eigene Unternehmen einzuholen.