Die 3. Säule (die private Vorsorge der Schweiz)

Die 3. Säule ist die private Vorsorge, neben ihr existieren noch die staatliche Vorsorge (1. Säule) und die berufliche Vorsorge (2. Säule). Unter der 3. Säule versteht man freiwillige Massnahmen von Privatpersonen zur Ergänzung der 1. Säule und 2. Säule für die Risiken Tod, Invalidität und oder Alter. Weiteres wissenswertes im folgenden Artikel.

Die 3. Säule ist im wesentlichen geprägt von der Steuerersparnis, so können erwerbstätige Personen (nur erwerbstätige Personen) freiwillig Sparen bzw. Risikoleistungen versichern (Tod, Invalidität und Alter) und die bezahlten Beiträge dem steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Man unterscheidet zwischen der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) und der freien Vorsorge (Säule 3b).

Die gebundene Vorsorge (Säule 3a)

Für die gebundene Vorsorge Säule 3a bestehen einige Auflagen. So kann das einbezahlte Geld zwar steuerlich in Abzug gebracht werden, jedoch nicht einfach wieder abgehoben werden wie dies bei einem normalen Sparkonto der Fall ist. Es gelten jährliche Maximalbeträge welche man einzahlen darf:

für Angestellte mit Pensionskasse (ab 21’150.-*):

max. 6’768.-

für Selbstständige und Angestellte ohne Pensionskasse (max. 20% des Erwerbseinkommen):

max. 33’840.-

*Stand 2016

Die Vorteile der Säule 3a

  • Steuerbegünstigung

Die Nachteile der Säule 3a

  • Das Geld kann nur in speziellen Gründen vor dem Ablauf bezogen werden
  • Es muss die gesetzliche Begünstigungsordnung eingehalten werden

Die freie Vorsorge (Säule 3b)

Für die freie Vorsorge 3b gibt es keine gesetzlichen Einschränkungen. Dafür sind die Steuerbegünstigungen im Vergleich zur Säule 3a eingeschränkt.

Die Vorteile der Säule 3b

  • Versicherungsdauer kann frei gewählt werden
  • freie Bestimmung des Begünstigten
  • Zinsen und Überschüsse während der Laufzeit müssen nicht als Einkommen versteuert werden

Die Nachteile der Säule 3b

  • keine Steuerbegünstigung

Unterschied 3. Säule Bank oder Versicherung

Fürs Alter Geld zu sparen, können Sie einerseits mit einem 3a Konto bei der Bank sowie einer 3a Police bei einer Versicherung tun. Der Unterschied besteht im wesentlichen bei der Garantie des Sparkapitals. Während beim Abschluss einer 3a Police bei der Versicherung ein monatlicher oder jährlicher Sparbetrag festgelegt wird, welcher im Falle einer Invalidität von der Versicherung weiterhin einbezahlt wird, erhalten Sie von der Bank nur die tatsächlich geleisteten Beiträge.

Sogesehen ist eine Versicherungslösung verbindlicher und wird tendenziell gewählt, wenn die Sicherheit im Vordergrund steht. Eine Banklösung ist flexibler, garantiert aber auch nicht das erreichen des Sparziels.

Eine Kombination von beidem ist möglich, solange die gesetzlichen Maximalbeträge eingehalten werden.

Leistungen im Alter mit der 3. Säule

Die Leistungen im Alter entsprechen dem angesparten Betrag inkl. Zinsen bis zum erreichen des AHV Alters.

Prüfen Sie frühzeitig, ob die Altersrenten aus der 1. Säule und 2. Säule ausreichend sind um den gewünschten Lebensstandard weiterzuführen. Gerne können wir Ihnen diese berechnen. Lesen Sie mehr zum Thema Sparversicherung.

Leistungen bei Invalidität mit der 3. Säule

Wem die Leistungen der 1. Säule und 2. Säule nicht reichen um sich oder Hinterbliebene abzusichern, kann eine zusätzliche Rente versichern. Lesen Sie hier mehr zur Erwerbsunfähigkeitsrente.

Leistungen im Todesfall mit der 3. Säule

Die geleisteten Beiträge gehen im Todesfall an die Erben.

Wem die Leistungen an die Hinterbliebenen der 1. Säule und 2. Säule nicht ausreichen, bzw. nicht zustehen (z.B. Konkubinatspaaren), kann einen weiteren Betrag absichern, damit Hinterbliebene nicht in finanzielle Nöte geraten. Lesen Sie hier mehr zur Todesfallversicherung.

Bezug des Säule 3a Guthabens

Es ist möglich, das angesparte Geld bereits vor dem Erreichen des AHV Alters zu beziehen. Die Gründe, welche einen Bezug möglich machen, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • bei der Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (für bisher unselbstständig Erwerbende),
  • bei der Aufgabe der bisherigen selbstständigen Erwerbstätigkeit und Aufnahme einer neuen, andersartigen selbstständigen Erwerbstätigkeit (für bisher Selbständigerwerbende),
  • zum Erwerb von Wohneigentum,
  • beim definitiven Wegzug aus der Schweiz,
  • beim Bezug einer ganzen Invalidenrente der IV,
  • ab vollendetem 60. Altersjahr (Frauen 59. Altersjahr); die Altersleistungen werden bei Erreichen des ordentlichen Rentenalters der AHV fällig (65 Jahre für Männer und 64 Jahre für Frauen). Weist der Vorsorgenehmer nach, dass er auch nach dem ordentlichen Rentenalter der AHV erwerbstätig ist, kann er weiterhin Beiträge an die Säule 3a leisten und es kann der Bezug bis höchstens 5 Jahre nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters der AHV aufgeschoben werden.

Quelle: http://www.bsv.admin.ch/kmu/ratgeber/00889/index.html?lang=de

Besteuerung der 3. Säule a und 3. Säule b

gebundene Vorsorge 3a freie Vorsorge 3b
Einkommenssteuern Während der Vertragsdauer
Prämien können dem steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Bei Auszahlung
Einkommensbesteuerung zu einem reduzierten Satz.
Während der Vertragsdauer
Prämienabzug nur im Rahmen der allgemeinen Versicherungsabzüge (meistens mit Krankenkasse schon ausgeschöpft).
Bei Auszahlung
Grundsätzlich keine Einkommensbesteuerung (Ausnahmen vorbehalten).
Vermögenssteuern Während der Vertragsdauer
keine Besteuerung.
Bei Auszahlung
Kapitalleistungen zählen zum Vermögen und werden wieder besteuert.
Während der Vertragsdauer
Der Rückkaufswert (inkl. Überschussanteile) ist als Vermögen zu versteuern.
Bei Auszahlung
Das Kapital gehört weiterhin zum Vermögen und wird besteuert.

Fazit und Empfehlung

Beschäftigen Sie sich so früh wie möglich mit der Thematik. Gerade beim Ansparen fürs Alter ist es von Vorteil, wenn dies über 30 Jahre anstatt die letzten 10 Jahre vor der Pensionierung geschehen muss. Wir helfen Ihnen gerne mit kostenlosen Analysen den Überblick über Ihre Vorsorgesituation zu gewinnen.