40’000 Unternehmen müssen eine neue Pensionskassenlösung suchen

 

Die NZZ nennt es einen Beschluss mit grosser sozialpolitischer Tragweite. Die AXA hat entschieden in Zukunft keine Vollversicherungslösungen mehr anzubieten. Direkt betroffen von diesem Entscheid sind 40’000 AXA-Kunden mit etwa 400’000 Versicherten. Diese müssen sich nun aktiv mit Ihrer BVG-Lösung auseinandersetzten. Aber auch alle anderen Unternehmen sollten sich regelmässig die Frage nach dem passenden Modell für ihre berufliche Vorsorge stellen. 

In der Schweiz kommt der beruflichen Vorsorge eine tragende Rolle in den Sozialversicherungen zu. Die sogenannte 2. Säule stellt sicher, dass erwerbstätige Einwohner der Schweiz und deren Angehörige sowohl im Alter aber auch bei Arbeitsunfähigkeit oder Tod ihren Lebensstandard halten können. Für das Alter wird für jeden Arbeitnehmer automatisch ein Guthaben angespart, dass bei Pension dann bar oder als Rente bezogen werden kann. Für Arbeitsunfähigkeit oder Tod wird eine Versicherung abgeschlossen.

Dabei gibt es für KMUs im Wesentlichen zwei unterschiedliche Modelle, wie eine solche Vorsorgeeinrichtung aufgestellt sind: Als Vollversicherung oder als teilautonome Lösung. Was steckt dahinter?

Eigenheiten der Vollversicherungen

Vollversicherungen sind die risikoärmste Lösung in der beruflichen Vorsorge und entsprechend gerade für Firmen mit einer beschränkten Risikotragfähigkeit eine gute Option. Den Versicherungsgesellschaften ist es gesetzlich vorgeschrieben, die BVG-Altersguthaben jährlich mindestens mit dem gesetzlichen Mindestzinssatz zu verzinsen. Die effektive Rendite, die die Versicherungsgesellschaft am Kapitalmarkt erzielt, ist dabei nicht von Relevanz. Dies führt dazu, dass eine Unterdeckung nicht möglich und demnach die Vorsorgeleistung jederzeit zu 100 % garantiert ist. Im Gegenzug sind die Prämien höher und die Renditen sowie die Umwandlungssätze für Renten tiefer. Axa war einer der zwei grössten Anbieter solcher Lösungen und zieht sich nun aus den Vollversicherungen zurück. Jeder Unternehmer muss somit für sich evaluieren, ob eine Vollversicherung eine für ihn geeignete Vorsorgelösung darstellt. Gerne begleitet Sie esurance im Entscheidungsprozess.

Anbieter von Vollversicherungen sind Allianz, Basler, Helvetia, PAX und Swiss Life.

Eigenheiten der teilautonomen Lösungen

Teilautonome Lösungen sichern die Risiken von Arbeitsunfähigkeit oder Tod bei einer Versicherung ab und legen das Sparkapital ihrer Versicherten selbständig an. Eine teilautonome Stiftung könnte also für den Versicherungsteil zum Beispiel mit der Basler Versicherung zusammenarbeiten und selber die Anlagestrategie bestimmen und das gesparte Geld ihrer Versicherten selbständig anlegen. Teilautonome BVG-Lösungen sind von Gesetz wegen in der Anlagestrategie flexibler, da der Deckungsgrad der Gesellschaft nicht jederzeit stur 100 % betragen muss. Entsprechend sind die erwarteten Renditen im Vergleich zu einer Vollversicherung höher. Dies kann somit zu einer erhöhten Verzinsung der Alterskapitalien inkl. Zinseszinseffekt und höheren Umwandlungssätzen führen. Diese positiven Auswirkungen gibt es jedoch nicht umsonst. Die Firmen und ihre Angestellten tragen direkt das Anlagerisiko und können bei einer Unterdeckung (Altersguthaben sind nicht mehr zu 100 % gedeckt) gezwungen werden, das finanzielle Gleichgewicht der Kasse wieder herzustellen. Diese Sanierungsmassnahmen können von höheren Beiträgen bis zu Rentenkürzungen für bereits Pensionierte reichen.

Anbieter von teilautonomen Kassen gibt es sehr viele. Dabei ist ein detaillierter Vergleich zu empfehlen. Die teuerste Versicherungsgesellschaft verlangt für dieselbe Leistung häufig mehr als das Doppelte als günstige Pensionskassen. Nebst den Kosten müssen aber zwingend auch die Finanzkraft und somit der Deckungsbeitrag der Kassen sowie die Verzinsung, die Umwandlungssätze und die Altersstruktur verglichen werden. Auch gibt es unterschiedliche Anlagestrategien vom Fokus auf Nachhaltigkeit bis zur Individualisierung der Anlagen. Ein breiter Vergleich der Angebote ist daher nicht einfach und zudem aufwändig. Da Pensionskassen im Normalfall nur selten gewechselt werden, lohnt es sich diese Überlegungen mit der notwendigen Umsicht zu machen, damit die Lösung auch auf das eigene Unternehmen passt. Gerne unterstützt Sie esurance auf dem Weg der Entscheidungsfindung.

Was muss bei einem Wechsel von der AXA oder einer anderen Vollversicherung zu einem anderen Anbieter beachtet werden?

Wer von der AXA oder einer anderen Vollversicherung wegzieht kann das angesparte Kapital aller Arbeitnehmer mitnehmen. Einen Anspruch auf vorhandene Reserven hingegen besteht nicht. Im Gegensatz zu einer Kündigung bei einer teilautonomen Stiftung werden bei einer Kündigung bei einer Vollversicherung keine Reserven mitgegeben. Gemäss NZZ transferiert die AXA hingegen CHF 3.5 Mrd an Reserven – oder umgerechnet rund CHF 8’750 pro Versicherten – in die neue, teilautonome Stiftung. In welcher Form und in welchem Umfang die Versicherten von dieser Reserve profitieren, kann zum heutigen Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilt werden. Dazu fehlen seitens der AXA noch wesentliche Dokumente wie beispielsweise der Liquidationsvertrag.

Mit dem Entscheid sich aus dem Vollversicherungsgeschäft zurückzuziehen, hat die Axa viel Unsicherheit ausgelöst und eine Unmenge an offenen Fragen generiert. Nicht nur bei Axa Kunden. Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns bei offen Fragestellungen – wir helfen Ihnen gerne unverbindlich weiter.

 

 

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